12.10.2008 - Freundschaft entsteht durch Dialog: das I.-O.-Theater Berlin berichtet im Rahmen von „peace-utopia or real space“

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I.O. Theater: Antje C. Hobucher, Bernardus Manders, Christoph Unglaube, Ishan Othman

Das I.-O.-Theater Berlin wurde von dem irakischen Regisseur Ihsan Othmann und der Berliner Schauspielerin Antje C. Hobucher im Juni 2005 mit dem Anliegen des interkulturellen Austauschs gegründet.  Im Sommer reiste das Theater in den Irak und berichtet im Rahmen von “peace-utopia or real space”.

Zusammen mit dem Shorashvan-Ensemble Dohuk, dem Nationaltheater Bagdad und der Peformance-Künstlerin Ulrike Düregger veranstalteten das I.-O. Theater deshalb im März 2008 das Festival ?Iraqi theatre at home and away?. Organisatoren waren das Theaterhauses Mitte, der Verein “Förderband e.V.” und das I.-O.-Theater Berlin.  Im Mittelpunkt des Festivals stand das Stück “Der Tod und das Mädchen”  - nach Ariel Dorfman - aus der Sicht unterschiedlicher Kulturen. Als Performance und als Schauspiel aufgeführt in kurdischer, arabischer und in deutscher Sprache. “Der Tod und das Mädchen” beschäftigt sich zentral mit Verfolgung und Folter während der chilenischen Militärdiktatur, sowie der Frage nach Vergeltung und Bewältigung dieser Erlebnisse.
Nach Abschluss des Festivals wurden alle Beteiligten vom Kulturministerium der Regionalregierung Nordirak/Irak nach Dohuk eingeladen. Ähnlich wie in Berlin wurden im Juni 2008 auch dort alle Inszenierungen gezeigt und diskutiert.

mit
Antje Christine Hobucher und Eduardo Fernández-Tenllado

Als Gast:
Dr. Haytham A. Abdulrazaq, Schauspieler und Regisseur am Nationaltheater Bagdad und Dozent für Schauspiel an der Hochschule der Künste Bagdad

18 Uhr

arttransponder project space
Brunnenstrasse 151,
10115 Berlin
U8 Bernauerstrasse
www.arttransponder.net

„peace-utopa or real space“
Während Krieg mit seinen Schauplätzen vermeintlich eingrenzbar und lokalisierbar scheint, wird Frieden hingegen als weiträumig abstrakter Begriff, als Möglichkeit ohne real fixierbaren Ort einer Manifestation wahrgenommen. Ist Frieden eine „U-topie“, ein Raum- eine Situation ohne Ort, der seine Gestalt nur innerhalb idealistischer Phantasien und philosophischen Annäherung findet? Ist Frieden schlicht Abwesenheit von Krieg, existiert er in gegenseitiger Bedingtheit mit Krieg, bildet Frieden ein eigenständiges System der Macht, dass Restriktionen und Formen von Radikalismus generiert?

peace – utopia or real space? befragt und erforscht künstlerisches Handeln auf seine Möglichkeiten hin, Frieden und dessen Seins-Bedingungen innerhalb der Gesellschaften zu lokalisieren und zu etablieren. Den Begriff „Frieden“ auf mögliche Bedeutungen, Konnotationen und Verwendungsformen hin zu untersuchen, ist eine der grundlegenden Interessen dieses Projektes.

Was können Konzepte von Frieden sein, was ihre Voraussetzungen, wann und wo
ist Frieden zu finden? Ist es möglich, diesen im täglichen Leben einer Gesellschaft zu verankern und welche Formen seines Transfers und seiner Implementierung können mittels Kunst und künstlerischen Arbeitens Realität werden?

Als offenes project in progress angelegt, stellt peace – utopia or real space? bestehende Kunstprojekte und Künstler/innen vor und zur Diskussion, die innerhalb ihrer Arbeit diese Fragestellungen untersuchen, politisch- gesellschaftliche und theoretische Problematiken und Kontroversen benennen und bezeichnen sowie Wege erschließen, die es ermöglichen können, Frieden als fühlbaren Ort auszumachen.

peace – utopia or real space? arbeitet als multilayer Projekt interaktiv und interdisziplinär, in Austausch, Kooperation und Vernetzung. Es konstituiert sich durch Beiträge,
Informationen und Links von Künstler/innen, Wissenschaftler/innen und anderer Interessent/innen und öffnet sich nach Außen durch eine eigene Info-Website, Ausstellungen, Screenings, Workshops, Projektpräsentationen und Talks mit Priorität auf Raum für Gespräche.
www.peace-realspace.net

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