Vom 28.-31.10.08 findet im Theaterhaus Mitte Berlin das Festival Iraqi theatre at home and away statt.

Ziel des Festivals ist es den kulturellen Austausch zwischen Deutschland und dem Irak zu fördern. In der Begegnung mit anderen Kulturen gibt es viel zu entdecken. Wir wollen Unterschiede und Gemeinsamkeiten erkunden, um damit Brücken zu bauen gegen Misstrauen und Hass.

Aus diesem Grund haben alle beteiligten Ensembles ein Stück ausgewählt, das während des Festivals in vier verschiedensprachigen Inszenierungen gezeigt wird. Parallel dazu werden wir uns im Verlauf des Festivals auch physisch von Potsdam nach Berlin und von Berlin nach Erbil im Nordirak bewegen, wo wir vom 03.11. bis 10.11.08 sämtliche Produktionen ein zweites Mal aufführen werden. Organisiert wird der zweite Festivalanteil in Erbil vom Kulturministerium der kurdischen Region/Irak, Schirmherr ist der Gouverneur der Stadt Erbil. In Erbil wird es zusätzlich zu den Vorstellungen ein anspruchsvolles Seminarprogramm geben. Eingeladen sind: Hans Nadolny, Dramaturg am Hans-Otto-Theater Potsdam und Roberto Ciulli, Intendant des Theaters Mühlheim a. d. Ruhr.

Eröffnet wird das Festival in Potsdam/Berlin von einem “gemischten Ensemble” aus Mitgliedern des I.O.-Theaters, der Kunsthochschule Dohuk und der Kunsthochschule Bagdad.

Gezeigt wird: „WARTEN AUF REGEN“ von Mithal Ghazi
Das 5-Personen Stück „Warten auf Regen“ transportiert Becketts „Warten auf Godot“ in die Jetztzeit: Während zwei aus dem Gefängnis entlassene irakische Männer durch die Wüste irren, begegnen ihnen zwei Frauen - eine amerikanische Offizierin und eine deutsche Söldnerin. Der berufliche und soziale Hintergrund der beiden Männer bleibt unerwähnt. Die Kommunikation ist erschwert, denn der eine ist Araber, der andere Kurde. Lediglich Sprache und Kultur verleihen ihnen eine rudimentäre Identität. Ähnlich wie bei Beckett können sie die Situation nicht verlassen. Das Auftreten der beiden Frauen im zweiten Akt unterstreicht die Unveränderlichkeit der Situation. Beide Paare sind sich ihrer auswegslosen Situation bewusst und hoffen dennoch. Araber und Kurde, Offizierin und Söldnerin glauben das jeweils anderen Paar könnte sie aus der Wüste retten. Ein Engel tritt auf. Immer wieder verspricht er beiden Paaren das Erscheinen eines angekündigten Retters. Dieser lässt aber auf sich warten, sein Kommen wird daher vom Engel fortlaufend verschoben.Das Stück zeigt die aktuelle Lebenssituation vieler Iraker auf tragisch-komische Weise. Ein Ausweg aus der gegenwärtigen Krise ist nicht leicht zu finden.
www.thbm.de

28.10.08 - 19 Uhr
Deutsch-niederländisches Ensemble I.-O.-Theater
Regie: Veronica Nowag-Jones

29.10.08 - 19 Uhr
I.-O.-Theater/Hochschule der Künste Bagdad und Dohuk
(workshop-group)
Regisseur: Ihsan Othmann

30.10.08 - 19 Uhr
Nationaltheater Bagdad
Regie: Al- Khalidi Maimoon Abdalhamza Hassun

31.10.08 - 19 Uhr
Kulturhaus - Theater Erbil
Regie: Hamawandi Hiwa Souad

geschrieben von adminPermalinkKommentar hinterlassen »

Kommentar hinterlassen

RSS Feed fü diesen BeitragTrackBack URL