20. November: Diskussion im LE GRAND MAGASIN über Produkte und ihre ProduzentInnen

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Einer Ware sieht man nicht an, wie sie produziert wurde. Dem Konsumenten werden meist nur Informationen gegeben, die das Produkt selbst betreffen. Dabei interessiert,
ob es „bio“ ist, Zucker enthält, gegebenenfalls sogar, ob es fair gehandelt oder aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt wurde. Im Allgemeinen entscheidet man sich jedoch nicht für ein Produkt, weil die Produzenten eine angenehme Arbeit haben. Als sich im Zuge der Industrialisierung weltweit Menschen zu Genossenschaften zusammenschlossen, um dem Wechsel zwischen katastrophalen Arbeitsbedingungen und Arbeitslosigkeit eine selbstbestimmte Alternative entgegenzustellen, handelte es sich vor allem um ehemals ländliche Handwerker und Arbeiter. Heute sind es in der Mehrzahl Städter, die aus den Produktionsprozessen herausgedrängt werden – nicht ohne den Appell, ihr Glück in einer Selbstständigkeit zu suchen, die der Situation der ehemaligen Wanderarbeiter ähnelt. Ein Anlass sich mit alternativen und kollektiven Arbeitsformen auseinanderzusetzen. Die europäischen Produktivgenossenschaften und Alternativbetriebe werden von Konzernen und Neoliberalen angegriffen, weil sie in Konkurrenz zu einem ständig expandierenden Markt stehen, auf dem angeblich lieber mit „Ich-AGs“ als mit „Wir-eGs“ verhandelt wird. Le Grand Magasin ist der Name für eine Leistungsschau europäischer Produktivgenossenschaften, die ab September in Form einer Verkaufsausstellung stattfindet. Anhand dieser Produkte sollen solidarische Formen des Wirtschaftens aufgezeigt und ins öffentliche Bewusstsein gebracht werden.

Die zeitgenössische Kunst tendiert zu kooperativen Methoden und Handlungsformen in einem spezifisch sozialen oder ökonomischen Kontext. Kreative und partizipatorische
Formen der Kunst können einen Dialog zwischen den verschiedenen sozialen und ökonomischen Ausdrucksformen und der Öffentlichkeit schaffen - und damit ein Bewusstsein für alternative Formen des Handelns, der Produktion und des Konsums. “LE GRAND MAGASIN” untersucht die Schnittstellen.

In einem Kaufhaus werden üblicherweise die künstlerischen Disziplinen unter das Primat der Ökonomie gestellt, d.h. die Künste werden in den Dienst für das Geschäft genommen
(z.B. Werbung, Design, Architektur). Im Le Grand Magasin geht es darum, daß die Künstler sich in einem umkehrenden Akt das Kaufhaus aneignen und dieses für
Zwecke nutzbar machen, die von der Kunst als relevant erklärt werden. Im September 2008 eröffnet in Berlin das Kaufhaus Le Grand Magasin. In diesem temporären
Geschäft werden exklusiv Waren europäischer Produktivgenossenschaften aus Vier Ausstellungen in Ungarn, Tschechien und Deutschland fassen die Ergebnisse der
Zusammenarbeit zwischen Künstlerinnen und Künstlern und ausgewählten Produktivgenossenschaften Im Rahmen eines Forschungsprojektes der Universität UJEP in Usti nad Labem, Tschechien, werden Studentinnen und Studenten der Fakultät Art and Design an die Potentiale genossenschaftlicher Produktion herangeführt. Seit September besteht das  Kaufhausdas Modellkaufhaus Le Grand Magasin. Dabei handelt
es sich um ein temporäres Geschäft, in dem exklusiv Waren europäischer Produktivgenossenschaften aus dem non-food-Bereich ausgestellt und zum Verkauf angeboten werden. Bis Ende 2009 wird das Kaufhaus den Rahmen für zahlreiche Veranstaltungen bilden. Dazu gehören Diskussionsrunden und Vorträge sowie Präsentationen künstlerischer
Arbeiten und Recherchen.

20. November: 20 Uhr
LE GRAND MAGASIN
Galerie im Saalbau
Karl-Marx-Straße 141
12043 Berlin-Neukölln
http://legrandmagasin.coopseurope.coop/

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