Archiv für April, 2009

Appell an die Bundesregierung: Krankengeld für freiwillig Versicherte festschreiben und ausbauen

Seit 2009 haben freiwillig gesetzlich Versicherte, Freiberufler und Selbstständige, die nicht in der KSK sind, keinen Anspruch mehr auf ein Krankengeld ab der 7. Woche.  In der Gesetzgebung zur Sozialversicherung unter Bismarck wurde die Krankenversicherung erstmalig 1884 eingeführt und sah vor, im Falle der Erwerbsunfähigkeit, von dem 3. Tage der Erkrankung ein Krankengeld zu gewähren.

Die Änderungen an den seit 01.01.09 geltenden Regelungen, die ab September umgesetzt werden soll, betreffen Selbstständige, unständig Beschäftigte und in der KSK Versicherte. Der Krankengeldanspruch besteht für die genannten weiterhin erst ab der 7. Woche. Die Schere, die sich in der Sozialversicherung zwischen regulären Arbeitsverhältnissen, also abhängiger Beschäftigung und zwischen den zunehmend „neuen“ Arbeitsformen, wie selbstständig, befristet und kurzfristig, wie unständig Beschäftigten auftut, wird damit nicht verringert. Die Bundesregierung tut so, als gäbe es diese Arbeitsformen nicht, dabei wird die unbefristete, abhängige Beschäftigung zur Ausnahme. Sie fällt damit hinter die Gesetzgebung von 1884 zurück und ersetzt diesen grundlegenden Anspruch durch Wahltarife, die ein Krankengeld ab der 7. Woche vorsehen. In Zeiten knapper Kassen besteht die Gefahr, dass die meisten unterversichert bleiben. Es ist also zwingend notwendig, den Anspruch auf gesetzliches Krankengeld bei allen gesetzlich Krankenversicherten festzuschreiben. Durch den Entfall des Regelanspruchs auf Krankengeld verlieren Frauen auch ihren Anspruch auf Mutterschaftsgeld, der an das Krankengeld gekoppelt ist.

Bei den Wahltarifen fehlen Mindeststandards und genaue Definitionen, z.B. wäre es Müttern möglich schon ab dem 1. Tag der Erkrankung eines Kindes Krankengeld zu erhalten? Außerdem ist weder die Beitragsfreiheit noch die Wirkung auf die Renten-, Arbeitslosen- und Unfallversicherung geregelt. Zudem besteht gegenüber anderen privaten Zusatzversicherung eine übermäßig lange Bindefrist (Jahre) und eine halbjährige Karenzzeit bei einem Wechsel. Auch mit dem Künstlersozialversicherungsgesetz bestehen Unstimmigkeiten. Warum führen die Krankenkassen für die hier Versicherten erst Wahltarife ab der 3. Woche ein und nicht auch schon nach dem 1. oder 3. Tag? Während sich der Beitrag in der KSK nach dem zu erwartenden Arbeitseinkommen richtet, soll sich der Wahltarif auf das vorige Jahr und den Steuerbescheid stützen. Zwei unterschiedliche Anspruchshöhen widersprechen den Grundprinzipien in der Rechtssprechung. Unklar ist auch, wie sich unterschiedliche Beschäftigungsarten auswirken

Die Kulturschaffenden hatten eigentlich erwartet, das auf Grundlage des Berichts der Enquetekommission Verbesserungen für ihre Situation. Stattdessen ist aber durch die Abschaffung des Regelkrankengelds und der Sperre des Krankengelds für die ersten 6 Wochen eine Verschlechterung eingetreten. More…

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Stipendium Bildkunst

Das Kulturwerk der VG BILDKUNST fördert fotografische und grafische Projekte professioneller Fotografen und Designer mit ständigem Wohnsitz oder Geschäftssitz in Deutschland. Die Fördersumme kann bis zu 49% der Projektkosten, höchstens jedoch 8000,00 Euro betragen. Unterstützt werden die eigentlichen fotografischen Arbeiten, aber auch Ausstellungen, Kataloge und Festivals. Die Förderung hilft Projekte zu realisieren, für die es auf dem kommerziell ausgerichteten Markt sonst kaum Chancen gibt, um zu verhindern, dass wichtige Themen nicht mehr fotografiert werden. More…

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24.04.09 “Random Walk – Systematische Irrfahrt” im Kunstraum Art-Uhr

eine Sound-Video-Installation aus akustischen und visuellen Feldaufnahmen von Heidrun Schramm, deren Kompositionsstruktur vom Prinzip “Random Walk” inspiriert ist - eine Methode zur Wahrscheinlichkeitsberechnung von  Zufallsbewegungen und systematischen Irrfahrten, um das “Vorankommen” zu beschreiben. More…

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Mit der Kultur aus der Krise?


Der Berliner Kulturwirtschaftsbericht 2008 skizziert die Potentiale.

Die Kultur, die Ausprägung kulturwirtschaftlicher Bereiche und die zunehmende Betrachtung des Bereichs unter wirtschaftlichen Aspekten, rückten seit den 90er Jahren verstärkt ins Blickfeld der Politik. Für Berlin ist die Kultur/wirtschaft einer der Hoffnungsträger. Von dieser Entwicklung profitierten insbesondere die großen Branchenunternehmen, die mitunter staatliche Hilfen in beträchtlicher Höhe (z. B. Universal, Anschutz/O2Arena) erhielten. Jedoch: Zappenduster zeigen sich die Arbeitsbedingungen im Querschnittsbereich.

Der mittlerweile zweite Kulturwirtschaftsbericht, herausgegeben von der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen, dem Regierenden Bürgermeister von Berlin, Senatskanzlei – Kulturelle Angelegenheiten und der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, umfasst die formal (über privat bis gemeinnützig bis staatlich organisiert und finanziert) und inhaltlich (Kultur bis Dienstleistung) sehr unterschiedlich strukturierten Bereiche: Buch und Presse, Software/Games/Telekommunikation, Werbung, Film und Rundfunk, Bildende Kunst, Musik, Architektur, Design, Darstellende Kunst.

Die Studie beinhaltet verschiedene Teilstudien zur Einkommenssituation von Kulturschaffenden und zur Stadtentwicklung und bildet immerhin einmal die Situation der hier Arbeitenden ab und verweist auf die Bedeutung der Branche auf den urbanen Transformationsprozess. More…

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Neues Berliner Filmfestival gestartet

Eine kleine Studentengruppe der Kommunikationswissenschaften an der Humboldt Universität Berlin (HU) will sich dem Film verstärkt widmen und ist dem BAF beigetreten, um mit vereinten Kräften ein neues Berliner Filmfestival ins Leben zu rufen.

Am 15. April 2009 beginnt die Ausschreibung zum KiezKieken Festival auf der Homepage unter: www.kiezkieken.de . Der BAF wird den Start in seinem BAF-Blog unter www.baf-berlin.de/blog am Mittwoch redaktionell begleiten und weitere Informationen zum Festival liefern.

An vier Berliner Orten, umgeben vom typischen Lokalkolorit und sozialen Brennpunkten, sollen die Filme entstehen. Es sind dies: Kottbusser Tor, Mediaspree, Oranienburger Straße und Sonnenallee. Detaillierte Beschreibungen zu den Orten befinden sich auf der Website des Festivals.

An vier Sonntagen im Oktober/November 2009 zeigt das Filmfestival KiezKieken die bis dahin entstandenen Filme in anliegenden Cafés der entsprechenden Schauplätze. Die vier Gewinnerfilme laufen an einem fünften Sonntag, an dem wiederum das Publikum den Gesamtsieger kürt.

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