Archiv für April, 2009

Dokfilm “Ende der Vertretung - Emmely und der Streik im Einzelhandel” auf kanalB

Die Situation der Beschäftigten im Einzelhandel hat sich in den letzten Jahren drastisch verschlechtert. Während die Arbeitsbelastung immer näher an die Grenze des körperlich erträglichen geht, bleiben die Löhne immer weiter hinter den steigenden Lebenshaltungskosten zurück. Gleichzeitig steigen die Gewinne der Branche kontinuierlich an: zwischen 2000 und 2006 um 64,3%. Als die Arbeitgeber Ende 2006 die Zuschläge für Spät- und Nachtarbeit kürzen wollten, hatten sie im Empfinden vieler Beschäftigter eine Grenze überschritten: Die längste und härteste Tarifauseinandersetzung im deutschen Einzelhandel begann. Der Film begleitet die Streikenden über eineinhalb Jahre. Zu Wort kommen Frauen, die seit Jahrzehnten im Einzelhandel arbeiten. Viele streiken zum ersten mal in ihrem Leben. Oft sind sie allein erziehend, in Teilzeit und mit so wenig Lohn, dass sie sich ihr Essen „bei der Familie zusammensuchen“ müssen. Manchen wird ihr Engagement im Streik zum Verhängnis, Emmely zum Beispiel. Nachdem sie in ihrer Kaiser’s Filiale den Streik organisiert hat, wird ihr unter einem Vorwand fristlos gekündigt. Ihr Kampf um Wiedereinstellung wirft ein Schlaglicht auf das einseitig an den Interessen der Unternehmen ausgerichtete deutsche Arbeitsrecht.

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Raum für Kunstproduktion gesucht

Liebe Freunde der KUNSTFAKTOR Produzentengalerie,

uns wurden 3 Ateliers (demnächst Lofts) in Moabit gekündigt.

Wir suchen daher bis Ende Mai in ganz Berlin + Einzugsgebiet
Werkstatt/Ateliers, Lager und Büro oder auch große Atelierwohnung / Haus

Auch mit Wohngelegenheit (≥60qm) und/oder Ladengeschäft (Showroom/Büro)
Auch größere Objekte — 200-600qm — wir sind ja nicht die Einzigen …
– Atelier- und Ausstellungshaus könnte in bewährter Manier organisiert werden.
Auch Rohbau, Ausbau, Umbau — nur Dach und Fenster sollten da sein.
Auch »Zwischennutzung« (mind. 3 Jahre). More…

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DAS THEATER UNTERM DACH IN SEINER JETZIGEN FORM IST IN GEFAHR !

In einer Pressemeldung der Berliner Zeitung vom 25.März 2009 mussten wir betroffenen Künstler folgende Information lesen: “Kulturzentrum Eliashof bald im Thälmannpark Für das Kinder- und Kulturzentrum Eliashof in der Senefelder Straße in PB gibt es einen neuen Standort. Kinder- und Puppentheater und Tanzgruppen sollen in das Kulturareal im Thälmannpark ziehen. Das Haus Senefelderstr. wird 2010 zur Grundschule, die Musikschule behält dort eigene Räume. Morgen beraten die Verordneten in einer Sondersitzung über den Eliashof.”

Wenn das umfangreiche Angebot des Eliashofs in den Thälmannpark ziehen soll, kann das nur bedeuten, dass unser Theater unterm Dach in seiner jetzigen Form nicht mehr weiter bestehen wird. Die Notwendigkeit für die Kulturprojekte des Eliashofs einen neuen Stand-ort zu finden, ist seit zwei Jahren bekannt. Die Entscheidung diesbezüglich den Thälmannpark zu prüfen, geschah, ohne mit uns Künstlern, der Leitung des Theaters unterm Dach und den anderen Kultureinrichtungen des Thälmannparks, darüber in einen Dialog zu treten. Oftmals treffen hier Politiker Entscheidungen, die noch nie eine Vorstellung im Theater unterm Dach besucht haben.  Daher bitten wir Sie um Hilfe, dass unser Theater unterm Dach in der jetzigen Form mit Liesel Dechant als verantwortlicher und erfolg-reicher Leiterin erhalten bleibt. More…

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Prekäre Orte in Berlin: Antwort auf Mayday

Kulturelle und Soziale Orte und Bildung sind prekär, sie sind ständig bedroht mit der Begründung der Finanzkrise, Haushaltskonsolidierung, Schuldenabbau oder dem Diktum der „Wirtschaftlichkeit“ gekürzt oder geschlossen zu werden. Die hier Arbeitenden arbeiten für sehr wenig oder häufig “ehrenamtlich”. Das ist eine fatale Entwicklung die Armut und Ausgrenzung befördert und die Chancen auf persönliche Entwicklung zunichte macht.

Ich kriege die Krise, wenn ich sehe welche Maßnahmen die Konjunkturpakete umfassen, das ganze Programm von Sanierung irgendwelcher Banken oder Konzerne, die sich selbst und andere durch bewusste Konstruktion eines Systems, das auf Spekulation, Verkauf von faulen Krediten, windigen Transaktionen beruht, in diese Lage gebracht haben und nun von der Allgemeinheit gerettet werden möchten, um diese Dinge danach wieder ungestört betreiben zu können. Oder die Abwrackprämie, wie viele Autos brauchen wir noch, um den Planeten zu verschrotten?

Warum geht es nicht um Kultur oder Bildung? Man möchte meinen, das sind doch wichtige Grundlagen in einer demokratischen, ökologischen und kreativen Gesellschaft.

Mittlerweile gibt es genügend Studien, die den „Wert“ von Kultur und Bildung belegen, die weit über ökonomische Wertschöpfung hinausgehen und die gesellschaftliche Entwicklung fördern.

Und da Kunst und Kultur in der Stadtentwicklung oder im Tourismus auch materielle Werte schaffen, frage ich mich, warum diese in keiner Form zu den Produzenten und Urhebern zurückkommen.

Und einmal ganz grundsätzlich: wie soll ein Staat funktionieren, wenn die Einkommen niedrig, die Arbeitslosigkeit und Transferleistungen hoch, Sozial und Steuerkassen leer sind und die Grundlage dieses Staatswesens auf Konsum ausgerichtet sind? Welchen Sinn macht das?

Malah von berlin-off.de

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*Prekäre Orte* der Mayday Berlin sammelt und veröffentlicht Hinweise und Ideen

Sie schmeißen sich in Schale mit Marmorfassaden und Image-Kampagnen, stellen sich in der Öffentlichkeit als gemeinnützig, als systemrelevant oder als notwendiger Ordnungsfaktor dar. Sie erfüllen Träume, helfen bei der individuellen Selbstverwirklichung. Be Berlin! Das Bürgertelefon der Polizei! Sich mit dem Dispo-Kredit Wünsche erfüllen!

Es sind konkrete Orte, an denen diese Versprechen produziert und dabei unsere Kreativität und unser Begehren in prekäre Lebens- und Arbeitsverhältnisse gepresst werden. Wir wollen sie gemeinsam markieren und dadurch in der Öffentlichkeit sichtbar machen als das was sie sind: Orte der Disziplin, der Repression, der Ausbeutung. Orte, die dafür verantwortlich sind, dass wir die Krise kriegen…und das fast jeden Tag: Das frühe Aufstehen, das wenige Geld, die Bildungsmisere, das Abschieberegime.

Wo kriegst Du die Krise? More…

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