Montag, 22 Juni 2009 @ 7:32pm • B: Kunst und Aktionen, Petitionen, Berlin-Mitte, F: FILM_off, F: FILM_orte, F: FILM_veranstaltungen
Obwohl das Filmtheater mit mehreren hundertausend Euro in jedem Jahr vom ot-roten Senat gefördert wird, gibt es im Haus keinen Tarifvertrag, sind ie Löhne auf niedrigem Niveau, gibt es keine Feiertags- oder achtzuschläge.
Ein gemeinsam mit den Babylonmitarbeitern ausgearbeiteterTarifvertragsentwurf will genau diese Dinge regeln, fordert Löhne auf einem würdigen Niveau, Nacht- und Feiertagszuschläge, die sofortige mwandlung aller befristeten in unbefristete Verträge, ordentliche ntlohnung von PraktikantInnen. Kurzum: Das sofortige Ende prekärer
Verhältnisse im Babylon Mitte.
Die Neue Babylon Berlin GmbH hat nun Verhandlungen über den vorgelegten Haustarifvertrag abgelehnt. Die FAU-Betriebsgruppe im Babylon und die FAU Berlin haben deshalb den Arbeitskampf erklärt. Zeigt euch solidarisch!
Kommt zahlreich zur Protestkundgebung! More…
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Montag, 22 Juni 2009 @ 7:26pm • B: Kunst und Aktionen, Petitionen, G: MUSIK_off
Folgende Petition an den Petitionsausschuss des Bundestages braucht noch viele Unterstützer.
Es geht um die Tantiemenverteilung der GEMA und um die beabsichtige Erhöhung der Gebühren bei Live Musik um 600% . Dies wird nicht nur den Veranstaltern schaden, manche, vor allem kleinere Konzerte unmöglich machen, die Preise für Veranstaltungen erhöhen, es ist auch nicht zum Nutzen der Musiker (wie man eigentlich erwarten könnte).
Durch einen überaus komplexen Verteilungsplan, welcher u.a. Radioairplays (es werden Deutschlandweit nur 25 Sender ausgewertet), Chartpositionierungen (die Erstellung der zur Auswertung kommenden Charts ist sehr fragwürdig), Unterscheidung zwischen E- und U-Musik (E ist sogenannte ernste Musik, in erster Linie Klassik, U ist Unterhaltungsmusik) beinhaltet, werden die von der GEMA eingenommenen Gelder nicht direkt den auftretenden Künstlern zugewiesen, sondern landen erst in einem “großen Topf”. Da fast alle Independent-Artists weder auf Airplay, TV-Sendungen, oder Charterfolge, etc. verweisen können, werden die Einnahmen vor allem Majorlabel-Artists, Lady Gaga, Musikantenstadl und Co. zu Gute kommen.
Es klingt abgedroschen, aber es handelt sich hier um die Realität! Kleinere und mittelgroße Künstler (also der größte Teil) werden von der Erhöhung der Gebühren in der GEMA-Sparte Livemusik kaum profitieren! Im dreistelligen Euro-Bereich eingenommene Gebühren können hier schnell zu einem Centbetrag zusammenschrumpfen. More…
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Samstag, 6 Juni 2009 @ 10:38pm • B: Beiträge, B: Kunst und Politik

Der Fonds Darstellende Künste initiierte mit dem Zentrum des Internationalen Theaterinstituts der Bundesrepublik Deutschland (ITI) und weiteren Kooperationspartnern, darunter auch ver.di, 2007 die bislang umfassendste Datenerhebung zu Arbeits- und Lebensbedingungen der Theater- und Tanzschaffenden in Deutschland. Die Auswertung der Studie zur “Wirtschaftlichen, sozialen und arbeitsrechtlichen Lage der Theater- und Tanzschaffenden“ wurde vom Zentrum für Kulturforschung in Bonn übernommen und die Ergebnisse Anfang Mai in Berlin vorgestellt.
Von 4100 bundesweit erhobenen Fragebögen kamen 1046 aus Berlin. Knapp 60 Prozent der Berliner Befragten waren weiblich, der Altersdurchschnitt lag zwischen 30 und 39 Jahren, 82,5 Prozent waren in Deutschland geboren, über die Hälfte hat einen, meistens künstlerischen Hochschulabschluss und ist ledig. 69,4 Prozent hat keine Kinder und führt hier durchaus berufliche Motive an. Es gibt kaum einen Tätigkeit aus dem Theaterbereich, ob künstlerisch, technisch oder pädagogisch, die nicht vertreten ist, am häufigsten ist der Schauspielerberuf. Fast 19 Prozent üben derzeit einen anderen Beruf aus. 61, 7 Prozent starteten gleich nach dem Abschluss in die Selbstständigkeit und 64 Prozent arbeiten im Freien Bereich. 81,6 Prozent kamen auf 10 Projekte pro Jahr, die häufig mit einer Grundgage und mit Erfolgbeteiligung honoriert wurden. Fast 40 Prozent wies jährlich 4 bis 6 Monate auf, die nicht durch Projekte abgedeckt wurden. Die Zahl der Gast-, Teil- und befristeten Verträge an Theatern nimmt zu. 43,6 Prozent hatten kein festes Arbeitsverhältnis, die meisten übten mehrere Nebentätigkeiten in den Medien oder als Pädagog_innen aus, die Hälfte hatte eine nichtkünstlerische Nebentätigkeit. Trotz einer 40 bis 60 Stunden Woche hatten 42, 1 Prozent ein Jahreseinkommen von weniger als 10.000 Euro. Knapp 33 Prozent sagten, dass ihr Einkommen in den letzten zwei Jahren gesunken ist. Von 88 Prozent der gesetzlich Versicherten waren 40 Prozent in der KSK, 47 Prozent wussten nicht, wie ihre aktuellen Rentenansprüche sind. Knapp 25 Prozent erwarteten eine Rente unter 500€. Nur 20 Prozent hatten Anspruch auf Arbeitslosengeld 1. 31 Prozent mussten in den letzten drei Jahren aufgrund fehlenden Einkommens mehrmals Sozialleistungen in Anspruch nehmen. Die meisten sind kein Mitglied in einem Berufsverband oder einer Gewerkschaft. 68 Prozent forderten mehr finanzielle Mittel für die freie Tanz- und Theaterszene Berlins. Die Bewertung der eigenen Lage lag bei den meisten zwiespältig bis schlecht. Die Mehrheit beurteilte die Regulierung der Kunstausübung durch den Markt ablehnend und betont die Freiheit der Kunst. Die schwierigen Arbeitsbedingungen nahmen bei der Frage, was zuerst auf die kulturpolitische Agenda gehört, den ersten Platz ein. Angemessene Honorare, eine Arbeitslosenversicherung und eine Rente deutlich über der Grundsicherung, die einem harten und engagierten Arbeitsleben entspricht, sowie eine grundsätzliche Versicherungsmöglichkeit in der Künstlersozialkasse sind für die Kunst- und Kulturarbeiter ein existenzielles Grundbedürfnis.
„Berlin profitiert weltweit von den vielen tollen Künstlern, behandelt uns aber wenn es um Arbeitsbedingungen geht wie den letzten Dreck… wir sind fürs Image gut, aber Arbeiten müssen wir am Rande, ohne Geld. Das finde ich sehr demütigend.“, lautete ein Kommentar, der die Situation für Berlin resümiert. Die Theaterschaffenden vermissen kompetente und nachhaltige Entscheidungen in aller Politikebenen, die dem entsprechen, was die Politik immer wieder verkündet: Kultur und Bildung sind die wesentlichen Grundlagen einer Gesellschaft. Dennoch werden die meisten Theaterschaffenden nicht von der neuen Sonderregelung in der Arbeitslosenversicherung für kurzfristig abhängig Beschäftigte profitieren, denn vermutlich übersteigen ihre Gastverträge die 6 Wochenfrist oder die Projekte werden, was zunehmend der Fall ist, auf selbstständiger Basis und freiberuflich durchgeführt.
Malah Helman
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