Archiv für September, 2009

Die Kultur an der Basis muss einer Prüfung unterzogen werden

Die Kultur an der Basis ist womöglich zu kostenintensiv und ihr Nutzen nicht effizient. So lautete das Fazit von SPD und Grüne des Bezirks Pankow. Das Kulturensemble am Thälmann Park, ist mit der Brotfabrik das letzte kommunale Engagement des Bezirks in Sachen Kultur (bereits gestrichen, Halle und Kulturhaus Peter Edel). Dahinter steht der Abbau, natürlich bleibt das Gelände erhalten. Es bekommt aber einen anderen Träger, es wird privatisiert und so hat der Bezirk hier keine Kosten mehr, allenfalls noch Zuschüsse zu zahlen. Das ist natürlich aus Sicht des Bezirks schlau. Denn im nächsten Haushalt muss ein Drittel des Kulturetats eingespart werden. Berlin lässt sein Bezirke bluten und die reichen es direkt an Kultur und Bildung durch. Kultur ist eine in der Verfassung verankerte „kann-Leistung“. Zur Erhalt von Banken und Großkonzernen gibt es allerdings eine Verpflichtung, die nicht mal in der Verfassung steht (nämlich der privaten Akkumulation).

Die Podiumsdiskussion mit der Bezirkspolitik zum Erhalt des Kulturensembles gibt eine Art Vorspiel auf den zu erwartenden Hauptakt nach den Wahlen, denn in Berlin sind jetzt schon Haushaltsverhandlungen für 2010/11: nämlich, wo kann noch gestrichen werden. Mangels Lobbyisten empfehlen sich hier Kultur und Bildung.

Berlin wirbt zwar mit Kultur, der Tourismus profitiert, die Bundesregierung gar mit Bildung, aber es fehlt der politische Wille außer Lippenbekenntnissen etwas zu tun und so bleibt es bei Mangelverwaltung und Einsparungen.  Die Aussagen der vielen Studien zum Wert der Kultur, von sozialen Effekten bis hin zu finanziellen, verhallen ungehört. Die Künstler_innen und ihre Vertreter nicht ernst genommen. Die Politik prüft nun (ach prüften sie doch mal die Banken), wo mittels Umschichtung noch gespart werden kann. Dem Fachpersonal scheint unbekannt zu sein, dass, wer zuviel spart, dies mitunter teuer bezahlen muss, etwa bei den Folgekosten wie steigende Sozialausgaben oder sinkenden Steuereinnahmen.

Dennoch steht eine solche Kulturpolitik nicht auf dem Prüfstand, sondern vielmehr jene die an der kulturellen Basis  arbeiten und hier schon in den letzten Jahren am meisten gespart wurde. Kunst wird, neben dem Erhalt von „Leuchttürmen“ (gewissermaßen staatlich auserwählter Kunst) eine private Angelegenheit werden, für viele Künstler_innen ist sie das schon. Ein nachhaltiges Konzept zu Kultur und Bildung ist von dieser Politik nicht zu erwarten. Unfähig zu einem vielfältigen demokratischen Prozess macht sie sich selbst überflüssig. So bleibt es bei dem staatlichen Rettungspaket für Banken und Konzerne, die anderen dürfen dafür einstehen und zahlen. Geistlos und einfältig, mehr ist dazu nicht zu sagen. Wegen ihres kulturpolitischen Konzepts braucht man keine Partei zu wählen. Das ist bereits der Streichung zum Opfer gefallen.
Malah Helman

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19.09. Aktionstag der Künstler für den Erhalt der Kultureinrichtungen im Thälmannpark.

Am 19. September findet ein erster Aktionstag auf dem Kulturareal am Thälmannpark statt, dem weitere folgen werden. Wir wollen, dass Prenzlauer Berg und Pankow Orte der Basiskultur bleiben. Wir setzen uns dafür ein, dass das kulturelle Heruntersparen der Bezirke in ganz Berlin gestoppt wird und kommunale Frei-Räume für Künstler erhalten bleiben! Das Kulturareal im Thälmannpark darf nicht in seiner Existenz bedroht werden! More…

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Stelle Bundesverband Kommunale Filmarbeit sucht medienpolitische/n Sprecher/in in Berlin

Der Bundesverband kommunale Filmarbeit e.V.,  der Interessenverband der kommunalen Kinos in Deutschland sucht ab 1. März 2010 eine/n Medienpolitische/r Sprecher/in und Beauftragte/n für Akquise in Berlin zum Aufbau eines filmkultur-politischen und branchenübergreifenden Netzwerks sowie zur Verstärkung seiner medienpolitischen Präsenz. More…

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17. - 20. 09: Panaroma ZWEI + L.C. and the Greeks am Dock 11

vier Tanzsolos von Vidal Bini, Johanna Chemnitz, Kathryn Rave und Svenja Rohde
Dieser Abend ist ein choreographisches Projekt, ein Aufeinandertreffen der vier Soloarbeiten von Vidal Bini, Johanna Chemnitz, Kathryn Rave und Svenja Rohde. Der rege Austausch über Inhalte und Sichtweisen bezüglich des Tanzes und der Choreographie führte die Künstler hin zu diesem gemeinsamen Performanceabend. So kann dem Publikum eine tiefgreifende Sicht auf die in ihrer Identität und Ästhetik teils verschiedener, teils verwandter Arbeitsweisen geboten, und dieser Dialog ausgeweitet werden. Johanna, Kathryn und Svenja befassten sich innerhalb ihres Choreografhieprojektes PANAROMA EINS (103 Studio, Mai 2008) mit dem Thema Großstadt und den Fragen über innere und äußere Räume, deren Wechselwirkungen sowie dem Ausloten von Innenraum, Außenraum und Zwischenraum. Es wird erkundet, erobert, auseinander genommen und wieder zusammen gesetzt. Es ist ein Erforschen der verschiedenen Blickwinkel die sich auftun in Bezug auf den Raum der uns umgibt, innerhalb dessen wir existieren und von dem wir zuweilen doch isoliert zu sein scheinen. Von diesen drei Soli als Basis ausgehend entwickeln sie dieses Projekt weiter, hin zu PANAROMA ZWEI.

L.C. and the Greeks ist die erste Arbeit innerhalb einer Reihe von vieren. Es adressiert an die vorbelastete Beziehung zwischen Spektakel und Extrem. Dieses Solo richtet sich an die Transparenz des Menschlichen gegen eine fabrizierte Theatralität des Performers, mit der Absicht die Aufmerksamkeit auf eine andere Form des Performens zu lenken, auf die Freiheit, zu sein- hier, jetzt, ganz und gar. More…

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Fragwürdiges Eingreifen von ver.di im Babylon-Konflikt

Im seit Monaten andauernden Arbeitskonflikt im Berliner Kino Babylon Mitte zeichnet sich eine seltsame Entwicklung ab. Wie der Presse vom 03.09.2009 zu entnehmen ist, lädt die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di die Geschäftsleitung der Neuen Babylon GmbH nun zu Tarifverhandlungen. Dies erscheint in verschiedener Hinsicht ominös. Mehrfach war zuletzt in der Presse zu lesen, insbes. Vertreter der Linkspartei würden Gespräche in Sachen Babylon Mitte führen. Da jedoch von dieser Seite keinerlei Gespräche mit der Belegschaft oder der FAU Berlin stattfanden, kann die FAU Berlin nur vermuten, dass jene Gespräche wohl auf eine Intervention ver.dis abzielten. Auch die Tatsache, dass ver.di-Landesbezirksvize Andreas Köhn, das Babylon Mitte zur “Chefsache” erklärt hat, legt politische Einflussnahme nahe. “Sollte sich dies bewahrheiten”, so Lars Röhm, Sekretär der FAU Berlin, “wirft dies unangenehme Fragen auf. Schließlich hatten Vertreter der Partei mehrfach argumentiert, sie dürften in den Tarifkonflikt nicht eingreifen.” Gerade ver.di war es, die der Belegschaft zu Beginn des Konfliktes die kalte Schulter gezeigt hatte und nichts unternehmen wollte. More…

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