Archiv für die Kategorie 'C: KUNST_orte'

8. Juli: Wer für die Kunst lebt, soll auch von der Kunst leben können- Fachgruppe Bildende Kunst befragt Politiker vor der Bundestagswahl

Jetzt haben wir es sozusagen amtlich: In der Diskussion um die Ausstellung im Gropius Bau „60 Jahre, 60 Werke“ wurden die ostdeutschen Künstler ausgeschlossen. Und man scheute sich nicht vor der Begründung: In einer Diktatur könne Kunst nicht entstehen. – Das müssen wir als Missachtung der vielen Künstlerinnen und Künstler zurückweisen, die unter Diktaturen oft genug auch unter Einsatz ihrer Freiheit und ihres Lebens Hervorragendes für die Kunst und damit auch für die unter Diktatur leidenden Menschen geleistet haben. Wahrlich, Diktaturen machen es Künstlern schwer, ihre Kunst zu entwickeln. Auch deshalb waren und sind die meisten Künstler entschiedene Gegner von  Diktaturen. Halten wir abschließend fest: Kunst entsteht trotz und gegen Diktatur.  Wir feiern 60 Jahre Grundgesetz und damit 60 Jahre  „Freiheit der Kunst“. Wie ist die Bilanz? Kann der freie Markt die Freiheit der Kunst sichern oder ist der freie Markt nicht ein effektiver Zensor? Ist die Freiheit der Kunst allein durch den Markt zu sichern oder brauchen wir nicht das aktive Eingreifen des Staates zur Sicherung der Freiheit der Kunst und ihrer materiellen Grundlagen. Wenn wir die Bilanz ziehen, dann können wir im 60. Jahr der proklamierten Freiheit der Kunst feststellen, dass die meisten Künstler am Rande bzw. unter dem Existenzminimum leben. Wer aber möchte ihnen vorwerfen, dass sie nicht hervorragende Kunst schaffen? Und die bestehenden „freien Zonen“ sind angesichts der Kürzungen in den öffentlichen Haushalten, die sich unter dem Druck der Krise noch verschärfen werden, in ihrer Existenz bedroht.Müssen wir nicht die analoge Feststellung treffen: Kunst muss sich gegen den Markt und die Marktgesetze durchsetzen.

Um diese Diskussion ganz konkret führen zu können, hat die Fachgruppe Bildende Kunst, unterstützt von den anderen Kunstfachgruppen in unserem Fachbereich, im Vorfeld der Bundestagswahlen Abgeordnete aller im Bundestag vertretenen Parteien eingeladen.  Mit ihnen soll diskutiert werden, welchen Beitrag sie für die Verteidigung der materiellen Grundlagen für die Freiheit der Kunst leisten wollen und können.ver.di wird auf dem Podium vertreten durch Lorenz Müller-Morenius, Bundesvorsitzender der Fachgruppe Bildende Kunst, und  Heinrich Bleicher-Nagelsmann, Bereichsleiter Kunst und Kultur in ver.di. Moderator ist Gotthard Krupp, Mitglied des Berliner Fachgruppenvorstandes. Diskutiert werden u.a. folgende Fragen: Wie kann ein Schutzschirm für Kunst und Kultur aussehen? Wie wollen die Abgeordneten die prekäre soziale Lage verbessern, in der sich die meisten Künstler und Künstlerinnen sehen? Dazu kommen praktische Fragen wie die nach der Zukunft der Künstlersozialkasse, von Arbeitslosengeld I und II, Ausstellungshonoraren und – vergütung. Die Diskussion wird nicht allein unter den Podiumsgästen geführt, sondern ist vorrangig zwischen diesen und den anwesenden Künstlerinnen und Künstlern geplant. Deshalb kommt bitte zahlreich zu dieser Veranstaltung, um mit den Abgeordneten zu diskutieren und ihnen unsere Forderungen mit auf den Weg zu geben! Für Bildende Künstlerinnen und Künstler, Schriftstellerinnen/Schriftsteller, Theaterleute, Musiker und Gäste sind herzlich willkommen.
Gotthard Krupp
Abdruck mit freundlicher Genehmigung ver.di Sprachrohr und Fachgruppe Bildende Kunst in ver.di More…

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4.7.-27.7.2009: Die Depressionisten laden ein! Zur 1. Depressionisten.Ausstellung; weltweit.

Bei Krankheit geschlossen!  #  Wegen Depressionen geöffnet!
Auf die Alltagsformel - „Bei Krankheit geschlossen“ -  antworten die Künstler der 1. Depressionistenausstellung „Wegen Depressionen geöffnet“. Forderte noch Joseph Beuys: „Zeige deine Wunde“ – so fordern DIE DEPRESSIONISTEN: „ZEIGE DEINE DEPRESSION!“  Denn: DIE KRANKHEIT „DEPRESSION“ IST DIE MIT AM MEISTEN VERSTECKTESTE WUNDE.  Und es ist an der Zeit, der Welt die Last dieser Krankheit zu nehmen.

Die Depressionistenausstellung – ergänzt durch poetische & filmische xtraSESSIONs der FOR¬MATION INVASOR wie einem Werk von Tom Buchwald: „In Memoriam Sascha Gröschler (1967-2009)“  - wird das Thema aber nicht nur künstlerisch ausloten. Sie soll anregen, klar und deutlich über Freitod, Tod, Behinderungen, Verwahrlosungen & Welt/Verwesungen sowie über das Einschlafen und Geschlechtsteilstreicheln von Schädeln und Leichen auf Friedhöfen nachzudenken, um peripher herauszufinden, was dieses unser depressionsförderndes selbst krankes Leistungssystem verändern könnte.

Dabei gilt die oft auf schmalem Grade kunstfertig zelebrierte Verweigerungshaltung manisch Depressiver gegenüber gesellschaftlichen Zwangsbestimmungen  - NIEMALS WERDE ICH ARBEITEN! (Rimbaud) – als Therapieansatz nicht nur für eine Gesundung auf dem Felde der Depressionsforschung sondern für eine Gesellschaftgesundung überhaupt. More…

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Galerie Bessel mobil am 26. Juni

Die GALERIE BESSEL präsentiert am Freitag, den 26. Juni 2009, in einer Ausstellungsreihe verschiedene Positionen ortsbezogener Arbeiten. More…

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Zentrum für Politische Schönheit (ZPK) beim Rezitieren eines Gedichts im Öffentlichen Raum festgenommen

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Foto: ZPK

„Zum 60. Jahrestag der Bundesrepublik ist es endlich wieder soweit“, schreibt das ZPK in einer Pressemeldung, „für das Rezitieren von Gedichten kann man verhaftet werden.“ Während den Arbeiten an einer neuen Aktion wurde das Zentrum für Politische Schönheit heute morgen bei einem Morgenständchen für Horst Köhler festgenommen. Das Gedicht, das „An die Schönheit“  hieß und von Ernst Stadler stammte, enthielt laut LKA „meinungsäussernde Inhalte“. Das Zentrum für Politische Schönheit ist ein Think Tank für Aktionskunst (und demnächst eine Partei). Es kämpft für mehr Schönheit in der Politik.

Kunst als Aktion im Öffentlichen Raum oder überhaupt die Nutzung des Öffentlichen Raums ist hierzulande kein einfaches Unterfangen mehr. Denn hier wird von der Polizei meistens unterstellt, es handele sich um eine nicht-angemeldete Demonstration, was ein Straftatsbestand ist. Politische Aussagen und damit gemeinhin Handlungen im Öffentlichen Raum bedürfen nämlich immer einer Anmeldung und einer Genehmigung. Daher kann der öffentliche Raum in der aktuellen Gesetzeslage eigentlich nur zur Fortbewegung,  zur Werbung und zu privaten Aufenthalten genutzt werden. Eine spezielle Gefahrenzone sind offzielle Gebäude, weil sonst leicht der Verdacht entstehen könnte, man würde sich über diese und die Organe und Personen, die sie beherbergen, also zum Beispiel den demokratisch gewählten Bundespräsidenten Horst Köhler, lustig machen. Und da ist Schluß mit der Komik und auch mit dem Grundrecht auf Kunstfreiheit. Das ist natürlich schwierig, denn eine aktuelle Studie ergab, dass sich die Kunstschaffenden mehr öffentliche Aktionsformen in ihrer Arbeit wieder für notwendig halten. More…

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24.04.09 “Random Walk – Systematische Irrfahrt” im Kunstraum Art-Uhr

eine Sound-Video-Installation aus akustischen und visuellen Feldaufnahmen von Heidrun Schramm, deren Kompositionsstruktur vom Prinzip “Random Walk” inspiriert ist - eine Methode zur Wahrscheinlichkeitsberechnung von  Zufallsbewegungen und systematischen Irrfahrten, um das “Vorankommen” zu beschreiben. More…

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